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Workshop zum Thema „Soziale Verantwortung von Unternehmen und würdige Arbeit der Arbeitnehmer“
Ein deutsch-chinesischer Gewerkschaftsdialog
31. Oktober 2008, FES-Shanghai

Unter der Überschrift „Soziale Verantwortung von Unternehmen und würdige Arbeit der Arbeitnehmer“ veranstaltete die FES-Shanghai gemeinsam mit dem Shanghai Municipal Trade Union Council (SMTUC) einen eintägigen Workshop. Neben zwei chinesischen Experten waren auch vier deutsche Experten eingeladen.
Unternehmen in Deutschland drohen häufig Betriebsrats-Gremien offen mit der Verlagerung des Betriebs oder bestimmter Fertigungen ins Ausland, bspw. nach China, denn dort sei das Produzieren gewinnbringender. Ähnlich argumentieren nun auch chinesische Betriebe, die aufgrund der steigenden Arbeitskosten in China in benachbarte Länder auswandern. Ein relativ neues Phänomen, das in beiden Ländern bekannt ist, ist die Umwandlung regulärer Beschäftigung in Leih-und Zeitarbeit zur unternehmerischen Kostenersparnis. Es stellt sich daher die grundsätzliche Frage, ob Unternehmen gerade in Bezug auf den Erhalt von Arbeitsplätzen keinerlei soziale Verantwortung zufällt.
Der deutsche Arbeitsrechtsexperte Prof. Dr. Wolfgang Däubler ging in diesem Kontext auf Möglichkeiten und Probleme sozialer Verantwortung von Unternehmen vor dem Hintergrund der Gesetzgebung in Deutschland ein. Im Anschluss sprach Prof. Dr. Hu Honggao von der Fudan Universität über „Soziale Verantwortung von chinesischen Unternehmen und Rechtsschutz der Arbeitnehmerinteressen”.
Im zweiten Abschnitt des Workshops sprach Claudia Wörmann-Adam von der deutschen Gewerkschaft Ver.di über ihre Erfahrungen in Bezug auf die Möglichkeiten der Gewerkschaften in Deutschland, deutsche Unternehmen zu mehr sozialer Verantwortung zu verpflichten. Michael Brecht, Vorsitzender des Betriebsrats des Mercedes-Benz Werkes in Gaggenau (Deutschland) berichtete von seinen Erfahrungen in Bezug auf Betriebsverlagerungen nach China und zeigte Möglichkeiten der Kooperation zwischen deutschen Betriebsräten und chinesischen Gewerkschaften auf. Es folgte ein Vortrag von Gerardo Scarpino, Mitglied des Betriebsausschusses und Vorsitzender des GBR- Bildungsausschusses der Volkswagen AG Wolfsburg. He Xiangdong, Vorsitzender der Betriebsgewerkschaft von Shanghai Volkswagen, sprach anschließend detailliert darüber, wie Corporate Social Responsibility, kurz CSR, in der Praxis in dem Joint-Venture eingeführt wurde. Weiterhin berichtete er über den Aufbau harmonischer Arbeitsbeziehungen sowie den Schutz der Arbeitnehmerinteressen bei Shanghai Volkswagen.

Download:   Veranstaltungsprogramm SMTUC (Deutsch, PDF-Datei)
                  Veranstaltungsprogramm SMTUC (Chinesisch, PDF-Datei)


(von links nach rechts )Dr. Zheng Chunrong (Dolmetscher), Prof. Dr. Wolfgang Däubler (Professor für Deutsches und Europäisches Arbeitsrecht, Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht an der Universität Bremen), Dr. Rudolf Traub-Merz (Leiter FES-Shanghai),
Mao Ronghua (stellv. Vorsitzender, SMTUC), Xie Youshu (Secretary of Party Committee, Shanghai Managerial Vocational College for Trade Union) und Michael Brecht (Vorsitzender des Betriebsrates bei der Daimler AG Mercedes-Benz Werk Gaggenau)


(von links nach rechts )Michael Brecht, Claudia Wörmann-Adam (Betriebsratsvorsitzende Kölnmesse Gruppe, Vorsitzende des Bundesfachbereichs-Vorstandes Fachbereich 13 Besondere Dienstleistungen der Gewerkschaft ver.di) und Gerardo Scarpino
(Mitglied des Betriebsausschusses und Vorsitzender des GBR-Bildungsausschusses der Volkswagen AG)

 
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